Grundkurs für stationäre, tagesklinische und ambulante Gruppenpsychotherapien (GPT)

Der Grundkurs erstreckt sich über ungefähr zwei Jahre und wird von Dozentinnen und Dozenten geleitet, die als Ärztinnen und Ärzte bzw. Psycho­­therapeutinnen und Psychotherapeuten in analytischer und / oder mentalisierungsbasierter Gruppen­psychotherapie tätig sind. Die Weiterbildung wird in drei Modulen angeboten:

1. Modul: „Gruppenselbsterfahrung“

Gruppen-Selbsterfahrung in tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Gruppenpsychotherapie nach den Vorgaben der Weiterbildungsordnungen.

Ein wichtiger Baustein für Kompetenz in Gruppen ist die eigene reflektierte Erfahrung damit. Begleitend zu jedem Grundmodul bieten IGAM-Gruppenleiter:innen Selbsterfahrungsgruppen im Block oder kontinuierlich an. Die Gruppenleiter:innen sind an der Lehre des Jahrgangs nicht beteiligt. Gruppenselbsterfahrung bei Gruppenlehranalytiker:innen (D3G-zertifiziert) wird anerkannt.

2. Modul: „Theorie“

In vier Wochenend-Blöcken (freitagnachmittags und samstags = 6 Dstd./WE) werden 24 Dstd. Theorie vermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Anwendung von Gruppenpsychotherapien in Kliniken und Tageskliniken gelegt.
Themen der Blockwochenenden:
– Grundlagen (Geschichte und theoretische Einflüsse)
– Psychoanalytische, gruppenanalytische, gruppendynamische,
neurowissenschaftliche und mentalisierungsbasierte Konzepte
– Technik der Interventionen und Interaktionen
– Wirkfaktoren (Inszenierung, Übertragung / Gegenübertragung, Enactment,
Kohäsion, Resonanz, Spiegelung,
– Haltung, Rolle und Kompetenz des Gruppenleiters
– Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gruppenanalyse und
Mentalisierungsmodell
– Gruppengröße, Anwendungsfelder, Diagnostik und Indikation
– Grundprinzipien der Gruppenpsychotherapie in Klinik und Tagesklinik
– Struktur und Rahmenbedingungen im ambulanten Setting

3. Modul: „Supervision“

Supervision selbst geleiteter Gruppenpsychotherapien nach den Vorgaben der Weiterbildungsordnungen und der Psychotherapierichtlinien

Neben der Theorievermittlung werden für die Teilnehmer des Grundkurses eigene Supervisionsformate angeboten, in denen sie ihre Gruppenleitung in ihrem jeweiligen Setting von den Dozenten / Mitgliedern des Instituts supervidieren lassen. Die Supervision kann in Einzel- und / oder in Gruppensupervision durchgeführt werden. Das Angebot umfasst 25 Stunden Gruppen- / Kleingruppensupervision.

Bewerbung
Erforderlich ist eine schriftliche Bewerbung an die Geschäftsstelle per E-Mail kontakt@igam.institut.de.

WBO bzgl. GPT (Gruppenpsychotherapie)

Den Grundkurs „Gruppenpsychotherapie“ bieten wir nach den folgenden Weiterbildungsordnungen für Fachärztinnen und Fachärzte an:

… für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Qualifikation in GPT in dem jeweils ausgewählten psychotherapeutischen Verfahren (psychodynamisch / tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch)
  • Theorie: Keine speziellen theoretischen Kenntnisse über Gruppenpsychotherapie
    Fachgesellschaften sollten theoretische Inhalte benennen (Kursbuch)
  • Selbsterfahrung in Gruppen in mindestens zwei Blöcken über 12 Monate
  • Einzelselbsterfahrung
  • Praxis: Durchführung von Gruppenpsychotherapien in der jeweils gewählten Grundorientierung mit 3 bis 9 Teilnehmern pro Gruppe unter Supervision 60 Stunden
… für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Qualifikation in GPT in dem jeweils ausgewählten psychotherapeutischen Verfahren (psychodynamisch / tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch)
  • Theorie in Krankheitslehre und Diagnostik: 120 Stunden = 60 Doppelstunden
  • Selbsterfahrung in einer kontinuierlichen Gruppe: 40 Doppelstunden
  • Einzelselbsterfahrung (Lehranalyse) 120 Stunden
  • Praxis: Durchführung von Gruppenpsychotherapien in der jeweils gewählten Grundorientierung mit 3 bis 9 Teilnehmern pro Gruppe 200 Stunden (100 Doppelstunden) unter Supervision
… für Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie und Psychotherapie
  • Qualifikation in GPT in dem jeweils ausgewählten psychotherapeutischen Verfahren (psychodynamisch/ tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch)
  • Theorie: Keine speziellen theoretischen Kenntnisse über Gruppenpsychotherapie
    Fachgesellschaften sollten theoretische Inhalte benennen (Kursbuch)
  • Selbsterfahrung: entweder als Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung (mindestens über 12 Monate 1x/Woche)
  • Praxis: Durchführung von Gruppenpsychotherapien in der jeweils gewählten Grundorientierung mit 3 bis 9 Teilnehmern pro Gruppe 120 Stunden (60 Doppelstunden) unter Supervision
… für Psychologische Fachpsychotherapeuten
  • Qualifikation in GPT in dem jeweils ausgewählten psychotherapeutischen Verfahren (analytisch / psychodynamisch /  tiefenpsychologisch)
  • Theorie, Selbsterfahrung, Praxis: die Stundenzahlen sind in Bearbeitung

Weiterbildungsordnungen

Nach den Weiterbildungsordnungen für P-Ärzte (2018) und für Psychologische Fachpsychotherapeuten (2022) in analytischer und tiefenpsychologischer Psychotherapie ist die Weiterbildung in Gruppenpsychotherapie obligat.

Die Gruppenselbsterfahrung, Theorie und Supervision kann angerechnet werden:

  • auf den Erwerb der Zusatzqualifikation Gruppenpsychotherapie nach den Pychotherapierichtlinien (§ 5 Abs. 5 und § 6 Abs. 5) hinsichtlich der theoretischen Qualifikation
  • auf die Weiterbildung von Fachärzten für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie (nach den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern)
  • auf den Erwerb der Zusatztitels Psychoanalyse und Psychotherapie
  • auf  die Weiterbildung von Psychologischen Fachpsychotherapeuten (120 Stunden Theorie, 80 Stunden Selbsterfahrung, 40 Stunden Supervision)
  • auf die Weiterbildung nach den Richtlinien in analytischer Gruppenpsychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und  Gruppenpsychotherapie (D3) (gefordert werden 80 Doppel-Stunden Selbsterfahrung in der Gruppe, 80 Stunden theoretische Lehrveranstaltungen, 45 Doppel-Stunden Supervision in der Gruppe oder 45 Einzelstunden).

Zustimmung durch die oder den Weiterbildungsberechtigte(n)

Die Anerkennung der Selbsterfahrung für Ärztinnen / Ärzte, die sich in der Facharztweiterbildung befinden, sind einem „Weiterbildungsbefugten“ der jeweiligen Ärztekammer zugeordnet, der als Weiterbilder:in bezeichnet wird.